Zukunftsberufe – Informatiker/in

Erfahre das Wichtigste zu diesem Beruf und was der Lernende Yannik Zimmermann im Interview dazu sagt.

Du lernst, im Team ganze Programme oder einzelne Funktionen zu entwickeln, die beispielsweise den Bahnverkehr steuern, die Zahlungen einer Bank abwickeln, Medien-Informationen verarbeiten oder einfach nur eine Website darstellen helfen. Applikationen kommen heute überall zum Einsatz.

Entsprechend der Vielfalt von Applikationen und ihren Anwendungen ist auch dein Arbeitsgebiet sehr vielseitig. Als Teil eines Entwicklungsteams analysierst du eine Aufgabe und suchst nach Lösungen, was Konzentration, Vorstellungskraft und Kreativität erfordert. Danach übernimmst du einen Teilbereich der Programmierung, der viele Arbeitsschritte umfassen kann. Vor dem Einsatz der fertigen Applikation gibt es eine eingehende Testphase, um möglichst alle Programmfehler zu eliminieren. Je nach Zweck der fertigen Software dokumentierst du die Funktionen in einem Handbuch und schulst Anwenderinnen und Anwender.

Dein Arbeitsgerät ist der Computer. Doch gerade die Analyse- und Konzeptionsarbeiten finden oft im Team statt, unter Verwendung alternativer Arbeitsmittel. So ist das Entwicklerteam auch dein Bezugspunkt, der vorgibt, wo du dich in deiner eigentlich ortsunabhängigen Arbeit aufhalten wirst. Es gibt Informatik-Projekte, die eine enge Zusammenarbeit mit anderen Entwicklerteams oder gar angrenzenden Fachgebieten mit sich bringen. So kommen bei Applikationen für die Informations- und Mediennutzung oft andere Spezialisten der Zukunftsberufe ins Spiel, etwa zu Themen wie Informations-Architektur, Nutzerführung und Design.

Du bist technisch interessiert, kreativ, arbeitest gerne im Team und lässt bei einer Aufgabe nicht locker, bis du sie gelöst hast. Du interessierst dich für Informatik, bist offen für Neues, lernst gerne, hast eine schnelle Auffassungs- und Kombinationsgabe und ein logisch-abstraktes Denk- und Vorstellungsvermögen. Mitbringen solltest du eine abgeschlossene Sekundarschule, mittleres bis oberes Niveau mit guten Noten in den naturwissenschaftlichen Fächern, Mathematik und Englisch.

Informatiker/in EFZ Fachrichtung Applikationsentwicklung mit 4 Jahren Lehre: Die Praxis erlernst du in deinem Lehrbetrieb (3–4 Tage pro Woche). Zusätzliches theoretisches Wissen, das für deinen Beruf nötig ist, wird dir in der Berufsfachschule vermittelt (1–2 Tage pro Woche). In überbetrieblichen Kursen (ÜK) werden dir zudem wichtige Grundlagen und Fähigkeiten beigebracht. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die Ausbildung mit der Berufsmittelschule BMS in gestalterischer oder technischer Richtung zu ergänzen.

Applikationsentwickler/innen werden in vielen unterschiedlichen Wirtschaftszweigen benötigt. Zudem bieten sich vielseitige Entwicklungs- und Zugangsmöglichkeiten zu Berufsprüfungen (BP), Höheren Fachprüfungen (HFP), Höheren Fachschulen als auch zu Fachhochschulen. Hier einige Beispiele: ICT-Applikationsentwickler/in mit eidg. Fachausweis; ICT-System- und Netzwerktechniker in mit eidg. Fachausweis; Wirtschaftsinformatiker/in mit eidg. Fachausweis; Dipl. ICT-Manager/in; Wirtschaftsinformatiker/in HF; Techniker/in HF Informatik u. a.; Bachelor FH in Informatik; Bachelor FH in Wirtschaftsinformatik

www.ict-berufsbildung.ch
www.it-dreamjobs.ch

Yannik: «Im letzten.»

«Ich werde demnächst 19.»

«Das geht auf jeden Fall. Mein Vorteil war, dass ich schon seit längerem wusste, was ich werden möchte. So fand ich schon mit 14 meine Lehrstelle.»

«Das war naheliegend. Mein Vater arbeitet schon in diesem Bereich und brachte mich dann darauf. Ich bin schon seit jeher sehr an Technik interessiert. So baute ich zum Beispiel bereits im Alter von 10 Jahren meinen ersten PC zusammen. Informatiker wurde für mich dann zum Wunschberuf als ich herausfand, dass man da noch mehr von Grund auf konzipieren kann.»

«Meine Stärken? Dass ich alles, was mich interessiert, innert Kürze verstehe. So verinnerlichte ich beispielsweise die Grundlagen der Programmierung sehr schnell und schrieb meine ersten Programme lange vor meinen Klassenkameraden. Wenn mich was fesselt, dann lasse ich nicht locker und setze mich auch noch in meiner Freizeit daran.»

«Ja.»

«Ja sicher. Unsere Lehrer reden oft davon, dass sich die Technologien innert etwa drei Jahren überholen. Das trifft soweit ich beurteilen kann tatsächlich zu. Wenn man sich richtig reinkniet versteht man umso besser, woraus die Veränderungen bestehen und wie sich die Technologien weiterentwickeln.»

«Es begann für mich damit, dass ich in meiner Freizeit gerne fotografiere. Ich suchte damals vergeblich nach einer Applikation, mit der ich auf einer Karte die Punkte markieren kann, wo ich welche Fotos gemacht habe, ergänzt mit zusätzlichen Informationen wie Datum, Zeit etc. Da ich das App meiner Wünsche nicht finden konnte, beschloss ich kurzerhand selber eines zu schreiben. Damit nahm ich meine Ausbildung mit noch mehr Elan in Angriff und begann sogleich mit dem Programmieren.»

«Ich verstehe recht gut wie Computer funktionieren. Und habe eine recht genaue Vorstellung davon, wie eine Software aufgebaut sein muss, um einen bestimmten Zweck zu erfüllen.

«Ich weiss nicht, ob ich für alle Programmierer sprechen kann. Doch ich schätze meine Freiheit in der Arbeit sehr. Das bezieht sich vor allem auf die Auswahl meiner Projekte. Alle meine Aufgaben durfte ich selber auslesen und habe dafür auch mehr oder weniger die volle Verantwortung übernommen.»

«Natürlich läuft es nicht immer rund. Doch wenn möglich will ich meine Entscheide selber treffen und muss dann dafür auch gerade stehen.»

«Von Applikationsentwicklern wird ja oft gesagt, dass sie nichts Kreatives machen. Im Gegenteil. Jede Software, an der ich mitgearbeitet oder die ich weiterentwickelt habe, hat mir sehr viel Kreativität abverlangt. Denn man stösst oft an unerwarteter Stelle auf Probleme, die so vorher noch nie jemand hatte. Probleme, die man dann alleine lösen muss, um weiter zu kommen.»

«Ich schreibe zwar gerne – solange es keine Dokumentationen sind. Um eine Applikation zugänglicher zu machen, braucht es aber eine Dokumentation. Für die Anwender oder für andere Programmierer. Das ist ausserordentlich sinnvoll. Ich lese auch gerne Dokumentationen. Doch das Erstellen einer verständlichen Dokumentation geht mir selbst keineswegs leicht von der Hand.»

«Das Problem haben viele. Ich weiss zwar genau, wie eine Software funktioniert und wie man sie anwendet. Doch dies verständlich niederzuschreiben ist für mich manchmal fast die grössere Herausforderung als die Programmierung selbst.»

«Ja. Pilot. Ich habe das sogar mal in Angriff genommen. Doch meine Rot-Grün-Sehschwäche hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht.»

«Regelmässig. Applikationen bestehen meistens aus verschiedenen Bestandteilen die nicht nur von Programmierern gemacht werden. Ich denke da an die Anwender-Oberflache oder an technische Schnittstellen. Die Entwicklung wird auch budgetiert und getimt. Entsprechend sind auch Kaufleute mit an Bord.»

«Ich möchte mich gerne in Richtung Medizin entwickeln. Der Mensch interessiert mich auch sehr. Es gibt dort jede Menge von Möglichkeiten. Wo und wie wird sich noch weisen. Ich träume aber auch davon, bei Apple mal eine wichtige Rolle zu spielen. Doch das sind nur Hirngespinste.»

«Wer weiss?»

«Vielen Dank.»

«Applikationsentwickler reizt mich, da kreative, digitale Lösungen das Leben vereinfachen und manchmal gar die Welt verändern können.»

Informatiker/in EFZ Fachrichtung Applikationsentwicklung

Die Ausbildung Informatiker/in EFZ Fachrichtung Applikationsentwicklung macht dich zum Software-Allrounder bzw. -Allrounderin.

Tätigkeit und Produkt

Arbeitsumfeld

Neigungen und Anforderungen

Ausbildung

Perspektiven

Weitere Informationen:

Interview mit Yannik Zimmermann, Lernender Informatiker, Zürich und Bern

Zukunftsberufe: «Hallo Yannik. Du lernst Informatiker. In welchem Lehrjahr bist du?»

«Und wie alt bist du?»

«Oh! Dann hast du einen frühen Einstieg gefunden. Das ist so möglich?»

«Wie bist du denn dazu gekommen?»

«Wo liegen deine Stärken?»

«Das heisst so viel wie, dass du schnell lernst und gerne auch mal eine Extrameile gehst?»

«Empfiehlst du den Effort auch anderen?»

«Gab es noch einen Auslöser für deine Berufswahl, vielleicht eine Art Schlüsselerlebnis?»

«Du schreibst dir eine Software gleich mal schnell selber, wenn du nicht findest, was du suchst? Beeindruckend. Hast du dich denn entsprechend oft mit Computern beschäftigt?»

«Jetzt wo du kurz vor dem Abschluss stehst, kannst du uns sicher sagen, was du besonders gut findest an deinem gewählten Beruf?»

«Das klingt nach viel Freiheit mit viel Eigenverantwortung.»

«Wie kreativ kannst du dabei sein?»

«Was macht dir weniger Spass an deinem Beruf?»

«Das ist eine andere Form von Tätigkeit.»

«Eine ganz andere Frage: Hattest du einen Traumberuf als Kind?»

«Als Informatiker arbeitest du ja in deinem Team aus Entwicklern. Kommst du auch mit anderen Berufen in Berührung?»

«Was sind deine Pläne?»

«Vielleicht spielst du ja eines Tages eine wichtige Rolle beim Nachfolger von Apple?»

«So oder so, ich wünsche dir viel Erfolg.»

Yannik Zimmermann, Bern/Zürich, 4. Lehrjahr