Erfahre das Wichtigste zu diesem spannenden Beruf und was der Lernende Alain Duss im Interview dazu sagt.
Dazuausgebildet, selbstständig Inhalte für Kommunikationsmittel und unterschiedliche Medienformate zu entwickeln und zu betreuen, verfügst du über ein breites Wissen zu On- und Offline-Themen. Zusätzlich kannst du mit deinen betriebswirtschaftlichen Kenntnissen und deinem Gestaltungskönnen auftrumpfen und findest dich somit in sehr vielen Situationen der Informationsverarbeitung zurecht.
Als Multimedia-Profi befasst du dich mit interaktiven Medien. Du unterhältst und betreust Webauftritte mit allen dazu gehörenden administrativen Aufgaben, gestaltest und produzierst je nach Lehrbetrieb selbstständig die benötigten Inhalte und bindest diese ein. Dazu verwendest du Informatikwerkzeuge wie HTML, CSS, Javascript, unterschiedliche CMS, Datenbanken und die Adobe-Programme. Du arbeitest überwiegend am Computer, denn auch das Bearbeiten von Bild-, Video-, Ton- oder Text-Dokumenten und das gelegentliche Gestalten von Präsentationen, Flyern und Prospekten geschieht mittels entsprechender Programme. Darüber hinaus setzt du auch Foto- und Videokameras ein.
Je nach Situation verantwortest du alleine einen breiten Aufgabenbereich oder bist Teil eines Teams. Dabei arbeitest du mit Spezialisten aus unterschiedlichen Fachbereichen zusammen, entwickelst Projekte mit Informatikfirmen, Medien, Verlagshäusern, Druckereien, Kommunikations- und Designprofis und hast gegebenenfalls regelmässig Kontakt mit internen oder externen Kunden.
Du bist vielseitig interessiert, kreativ, arbeitest gerne im Team und kannst dich gut auf eine Sache konzentrieren. Du interessierst dich für Design, Marketing und Kommunikation, hast technisches Verständnis, eine gute Auffassungs- und Kombinationsgabe und ein logisch-abstraktes Denk- und Vorstellungsvermögen. Du lernst gerne, bist offen für Neues, hast Organisationstalent und freust dich über selbstständiges Arbeiten. Mitbringen solltest du eine abgeschlossene Sekundarschule, mittleres bis oberes Niveau mit guten Noten in den sprachlichen Fächern und Mathematik.
Mediamatiker/in EFZ mit 4 Jahren Lehre: Die Praxis erlernst du in deinem Lehrbetrieb (3–4 Tage pro Woche). Zusätzliches theoretisches Wissen, das für deinen Beruf nötig ist, wird dir in der Berufsfachschule vermittelt (1–2 Tage pro Woche). In überbetrieblichen Kursen (ÜK) werden dir zudem wichtige Grundlagen und Fähigkeiten beigebracht. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die Ausbildung mit der Berufsmittelschule BMS in gestalterischer oder technischer Richtung zu ergänzen.
Mediamatiker/innen werden in vielen unterschiedlichen Wirtschaftszweigen benötigt. Zudem bieten sich vielseitige Entwicklungs- und Zugangsmöglichkeiten zu Berufsprüfungen (BP), Höheren Fachprüfungen (HFP), Höheren Fachschulen als auch zu Fachhochschulen. Hier einige Beispiele: Mediamatiker/in EFA, Gestalter/in für visuelle Kommunikation; Spezialist/in in Unternehmensorganisation; Dipl. Web Project Manager/in; dipl. ICT-Manager/in; Dipl. Marketingmanager/n HF; dipl. Techniker/in HF Informatik; Bachelor of Science (FH) in Medieningenieurwesen, Informationswissenschaft, Informatik oder Wirtschaftsinformatik
www.ict-berufsbildung.ch
www.it-dreamjobs.ch
Alain: «Im 3. Lehrjahr.»
«Das ist eine gute Frage… Sagen wir es mal so: Ich gehe sehr gerne arbeiten. Und ich freue mich auf meine vielversprechende Zukunft nach dem Lehrabschluss. Grundsätzlich gehe ich schon lieber arbeiten, als zur Schule. Ich finde die Arbeit einfach spannender und abwechslungsreicher. Man kann etwas „machen“, man ist produktiv und sitzt nicht da und hört einem Lehrer zu.»
«Sicher auch. Doch es ist eher das Gestalterische, das mir sehr zusagt. Das Herstellen von einem Printerzeugnis, das Vorbereiten einer Präsentation, das Erstellen eines Auftritts auf einem Bildschirm. Deshalb mache ich meine Lehre auch bei einem Gratisanzeiger. Schulkollegen von mir absolvieren Ihre Mediamatiker-Ausbildung bei einer Bank. Diese beschäftigen sich viel mehr mit kaufmännischen Sachen in Verbindung mit reiner Informatik, was mir persönlich etwas weniger liegen würde. Ich finde halt das Gestalterische cooler.»
«Ja genau. Es kommt ganz darauf an, wo man die Ausbildung macht. So muss nicht garantiert sein, dass man in der Lehre beispielsweise eine Broschüre produziert. In der Schule werden sehr viele Grundlagen vermittelt. Doch kommt es dann auf den Lehrbetrieb an, ob diese dann spezifisch zur Anwendung kommen.»
«Ja genau.»
«Als Bub habe ich immer vom „Chef-werden“ geredet. (lacht) Später habe ich dann eingesehen, dass ich zuerst wohl eher eine Lehre machen sollte.»
«Ich habe mich schon früh für gestalterische Berufe interessiert. Zuerst habe ich bei den Hochbauzeichnern geschnuppert. Zufällig habe ich dann vom Mediamatiker erfahren. Sofort habe ich gedacht, dass dies noch zu mir passen könnte. Der Berufsberater hat mich dann darin bestärkt. Nach einmal Schnuppern war dann alles klar.»
«In unserem Betrieb hat es vor allem Polygrafinnen und Polygrafen und Leute mit kaufmännischer Ausbildung. In der Weiterverarbeitung sind noch Drucktechnologen tätig. Durch den neuen Web-Bereich arbeite ich zudem mit IT-Spezialisten zusammen. Somit deckt mein Lehrbetrieb die gesamte Mediamatiker-Ausbildung ab.»
«Alles Kreative. Zum Beispiel wenn jemand eine veraltete Gestaltung bringt und ich diese dann modernisieren kann oder wenn ich sogar komplett etwas Neues machen darf.»
«Hmmm…, die ganz kleinen Inserate, die in unserem Gratisanzeiger erscheinen, sind manchmal etwas langweilig in der Verarbeitung – halt einfach weniger kreativ.»
«Aber sicher. Sonst wär’ ja was falsch gelaufen.»
«Das habe ich noch nicht entschieden. Zuerst möchte ich mein Englisch in einem Auslandaufenthalt noch verbessern. Danach auf dem Beruf weiterarbeiten. Oder eine Weiterbildung machen.»
«Ja.»
«Gern geschehen.»
